Bau der Gesamtanlage des Krankenhauses in 5 Phasen
- Phase, fertig 1996: Bau des Hauptgebäudes (mit 30 Betten, Operationssaal, Röntgenabteilung, Labor, Zahnbehandlung, Abteilung für traditionelle bhutanisch-tibetische Medizin, Personalunterkünfte, technische Gebäude
- Phase, fertig 1999: Ausbildungsstätte für med.-tech. Personal: drei Unterrichtsräume, Unterkunft für 24 Auszubildende
- Phase, fertig 2003: Poliklinik, der zweite Trakt mit 20 Betten, Lager/Werkstatt, kleine Halle für Riten für Verstorbene
- Phase, fertig 2013: Totale Renovierung und Erweiterung des Hauptgebäudes
- Phase, fertig 2013 Kantine mit moderner Küche.
Ergänzende Unterstützung des Krankenhauses von Beginn an:
- Entsendung deutscher Ärzte und med.techn. Personals.
- Zahlreiche Spenden med.techn. und anderer Geräte (großer Generator, 2 Wassertanks je 10.000 Liter, u.a.m., von techn. Ausstattung).
Gesamtkosten bis 2024 knapp über € 1.9 Millionen.
Phase 1: Wie kam es zu diesem 1. Pro Bhutan-Projekt,
Bau des Hauptgebäudes (mit 30 Betten, Operationssaal, Röntgenabteilung, Labor, Zahnbehandlung, Abteilung für traditionelle bhutanisch-tibetische Medizin, Personalunterkünfte, technische Gebäude)?
Im Oktober 1992 besuchte Harald Nestroy Bhutan auf Einladung des bhutanischen Außenministers Lyonpo Dawa Tshering und handelte die Einzelheiten für den Bau eines Krankenhauses mit 30 Betten, Operationssaal, Einrichtung für Zahnbehandlung, Röntgenabteilung, Labor, und, vor allem, einer Abteilung für traditionelle Medizin unter einem traditionellen Arzt, einem Dungtso, sowie Personalunterkünften und technischen Gebäuden etc. aus.
Unsere Bedingungen wurden akzeptiert: Bereitstellung eines für uns akzeptablen Grundstücks: der malerische Ort Punakha mit seiner heiligen Klosterburg wurde ausgewählt. Sowie die feste Zusage, bei Übergabe des Krankenhauses an das Gesundheitsministerium pünktlich das nötige Personal ( 43 Mitarbeiter ) bereitzustellen.
Ein kleiner Schock war die Mitteilung, dass wir selbst einen Architekten aus dem Ausland anstellen müssten, da es damals kaum bhutanische Architekten gab. Die Fügung wollte es, dass Nestroy in Thimphu den in Norwegen ansässigen Architekten Chris Butters, der nach 5 Jahren Aufenthalt in Bhutan wenige Tage später das Land verlassen hätte, noch am selben Tag unter Vertrag nehmen konnte. Er war Kenner des lamaistischen Buddhismus und der bhutanischen Architektur mit ihren kulturell-religiösen Elementen: jede Verzierung, jede Bemalung, die Proportionen der Bauelemente zueinander, etc. haben tiefe Bedeutung für die Bannung böser Dämonen bzw. Einladung guter Geister in das Gebäude und damit für die Seelenlage der Patienten und des Personals.
Spenden privater Förderer und die Zusage des „Komitees Ärzte für die Dritte Welt“, sich mit Zuschüssen seitens des BMZ zu beteiligen, erlaubten, dass Nestroy am 16. Juni 1993, dem von den Astrologen festgelegten glücksbringenden Tag, das Abkommen mit der Regierung unterzeichnen konnte.
Chris Butters zog, nach einem Jahr Planung, den Bau in der Rekordzeit von zwei Jahren durch.
Am 30. September 1996 erfolgte die feierliche Einweihung des Krankenhauses durch seine Heiligkeit, den Je Kempo (Oberabt Bhutans) und Nestroy vor ca. 2000 Bauern, Mönchen, Beamten und Honoratioren.
Seither wird das KH vom Gesundheitsministerium betrieben. Angegliedert sind ihm 6 ausgelagerte, einfache Gesundheits-Stationen, sog. „Basic Health Units“, in Dörfern zumeißt ohne Straßenanbindung, sowie über 40 „Barfuß-Gesundheitsarbeiter“. Die Gesundheitsversorgung auch der Bevölkerung der entlegeneren Teile der Distrikte Punakha und Gaza, mit Dörfern, die bis auf 4.200 Metern Höhe liegen, ist durch „unser“ Krankenhaus nun wesentlich besser geworden.
Es erfreut sich höchster Beliebtheit bei der Bevölkerung: waren es im ersten Jahr nur ca. 27.000 Behandlungen, so liegt die Zahl ab 1997 auf jährlich über 50.000 ambulanten und 1500 stationären Behandlungen bei annähernd täglich einer erfolgreichen Entbindung.
Ein wesentlicher Teil unseres Erfolges war seit 1998 der Entsendung sehr engagierter und fähiger deutscher Ärzte an unser KH zu verdanken: von Dez. 1998 bis Sept. 2000 Dr. med. Martin Joos, von 2001 bis 2006 Dr. Johannes Meixner. Der größere Teil der Finanzierung dieser beiden Ärzte wurde von CIM, Frankfurt, getragen, der andere Teil von Pro Bhutan.
Leider musste CIM seine Förderung der Entsendung eines Arztes an unser KH in Punakha einstellen: die maximale Förderzeit war erreicht. Mit Hilfe von „Senior Experts Service – SES“ konnten wir danach nahtlos noch einmal Dr. Meixner, dann Dr. Werner Missalek und Dr. Hans Winkler für Kurzzeiteinsätze unter einem Jahr an „unser“ Krankenhaus entsenden. Von März 2008 bis Mitte November 2009 hat „Pro Bhutan“ ganz auf eigene Kosten die österr. Ärztin Dr. Susanne McAllister nach Punakha entsenden können. Nach Dr. McAllister hatten wir noch zwei Kurzzeit-Entsendungen.
Die gewachsene Bedeutung unseres KH Punakha hat dazu geführt, dass das bhutanische Gesundheitsministerium jetzt eine genügende Anzahl von Ärzten nach Punakha abordnet. Auf absehbare Zeit werden wir deshalb keine deutschen Ärzte mehr nach Punakha entsenden.
Phase 2: Bau Ausbildungsstätte für med.-techn. Personal
Anlässlich der Einweihung des KH hatte die Regierung Harald Nestroy um den Bau Ausbildungsstätte für med.-techn. Personal in Punakha gebeten. Zunächst schien es finanziell aussichtslos zu sein, fehlten uns doch noch Mittel für die letzten Arbeiten am KH-Projket. Doch wieder griff die Fügung ein: Nestroy lernte in Malaysia, wo er deutscher Botschafter war, eine schweizerische Dame kennen, die Bhutan bereist hatte, und schilderte ihr das Dilemma. Spontan spendete sie 100.000 DM! Das half, den Rest der Kosten für das KH zu decken sowie die restliche Finanzierung der Ausbildungsstätte über das „Komitee Ärzte für die Dritte Welt“ sicherzustellen.
Am 27.05.1997 schloss Nestroy den Vertrag mit der Regierung von Bhutan ab. Gleichzeitig nahm er den schweizerischen Architekten Fritz Baumgartner (Chris Butters hatte Bhutan zwischenzeitlich verlassen) für Planung und Baudurchführung unter Vertrag. Baumgartner arbeitete bereits seit 1989 in Bhutan für die schweizerische Entwicklungsgesellschaft Helvetas und genoss bei der Regierung höchstes Ansehen.
Der Bau der Ausbildungsstätte war nach zwei Jahren fertig und besteht aus dem Unterrichtsgebäude mit drei Unterrichts- sowie zwei Büroräumen (der größte Saal wird in der freien Zeit auch zu Fortbildungsveranstaltungen anderer Ministerien und der Distriktsregierung genutzt, insbesondere zur allgemeinen Gesundheitserziehung, Kurse für die Bevölkerung der Umgebung z. B. in Baby-Hygiene, Kleinkind-Ernährung, Zahnpflege, Aids-Verhütung, Unfallverhütung u.v.m.). Das Schlaf- und Wohnhaus bietet Unterkunft für 24 Praktikanten/-innen und 2 Tutoren.
Die feierliche Einweihung nahmen Seine Heiligkeit, der Je Kempo von Bhutan, sowie Gesundheitsminister Lyonpo Sangay Ngedup ( damals gleichzeitig auch Regierungs- Chef ) am 16.11.1999 vor.
Die für Bhutan neue Verbindung von Krankenhaus, Ausbildungsstätte für die Praktikanten und Gesundheitserziehung der Bevölkerung gab einen beispielhaften Impuls für die Entwicklung der Gesundheitspflege des ganzen Landes. Die für 1906 hohe Qualität der Bauten spiegelt die hervorragende Planung und unerbittliche Bauüberwachung unseres Architekten Fritz Baumgartner wider.
Phase 3: Bau von 4 neuen Gebäuden:
- Polyklinig für Registrierung, Untersuchung, Behandlung von ambulanten Patienten oder Einweisung für stationäre Behandlung ins Hauptgebäude.
- Zweiter Bettentrakt mit 20 Betten, um separate Abteilungen für Isolierfälle, Intensivbehandlungen, Frauen, Männer und Kinder zu ermöglichen.
- Lager- und Wartungsgebäude
- Kleine Kapelle für die religiösen, buddhistischen Riten für Verstorbene
Der Erfolg der beiden ersten Projekte führte zu einer weit über die Kapazitäten unseres KH und des Personals hinausgehenden Nutzung durch die Bevölkerung. Deshalb bat und der Gesundheitsminister, die unerlässliche Erweiterung des Krankenhauses Punakha zu übernehmen.
Als wieder etliche unserer privaten großzügigen Förderer sich für das Vorhaben begeistern ließen, sagte auch das „Komitee Ärzte für die Dritte Welt“ erneut seine Unterstützung zu.
Der Erfolg der beiden ersten Projekte führte zu einer weit über die Kapazitäten unseres KH und des Personals hinausgehenden Nutzung durch die Bevölkerung. Deshalb bat und der Gesundheitsminister, die unerlässliche Erweiterung des Krankenhauses Punakha zu übernehmen.
Als wieder etliche unserer privaten großzügigen Förderer sich für das Vorhaben begeistern ließen, sagte auch das „Komitee Ärzte für die Dritte Welt“ erneut seine Unterstützung zu.
Am 13.12.2003 konnte Nestroy in einer würdigen Einweihungsfeier die fertigen Gebäude dem neuen Gesundheitsminister Dr. Jigmi Singay formell übergeben.
Unser erweitertes Krankenhaus in Punakha verfügt insgesamt über 50 Betten. Durch die „Pro Bhutan“- Poliklinik ist das Hauptgebäude des KH wesentlich entlastet. Denn bisher betraten sämtliche Patienten, selbst wenn sie nur ambulant behandelt wurden, mit Familienangehörigen das Krankenhausgebäude. Es war unvermeidlich, dass sie erheblich dessen eigentlichen Betrieb und die stationären Patienten störten.
Phase 4: Renovierung Hauptgebäude und Neubau Kantine mit moderner Küche
Haupthaus nach Renovierung innen und außen.
Die totale Renovierung des Hauptgebäudes des Krankenhauses Punakha wurde Ende 2012 begonnen und Ende 2013 beendet. Wir danken ganz herzlich dem Inhaber und der Belegschaft eines großen deutschen Familienunternehmens für modernste Technologie für die so großzügige Spende von 50.000 € für diese Maßnahme.
Gleichzeitig mit der Renovierung wurde Mitte 2012 mit dem Neubau einer Kantine mit moderner Küche für das Krankenhaus begonnen und Ende 2013 abgeschlossen.
Die Kantine dient der Versorgung der stationären Patienten, der ambulanten Patienten, der begleitenden Familienangehörigen, die oft tage- oder gar wochenlang den Patienten mitbetreuen, des KH-Personals, der Teilnehmer an den Kursen unseres Trainingszentrums.
Die Kosten für den Bau des Gebäudes als solchem wurden aus allgemeinen privaten Spenden finanziert.
Die deutsche Botschaft New Delhi hat die Mittel für die Beschaffung der Kücheneinrichtung für die Kantine beigetragen.
Die beiden Projekte wurden am 23. November 2013 vom neuen bhutanischen Gesundheitsminister, Lyonpo Tandin Wangchuk und Harald N. Nestroy als Geschäftsführer von Pro Bhutan in einer feierlichen, farbenfrohen Zeremonie eingeweiht. Der Gesundheitsminister hat besonders herzlich den Spendern von Pro Bhutan gedankt.
Schon in 2012 hatte uns die deutsche Botschaft New Delhiden Bau einer hohen Umfassungsmauer um Teile unseres Krankenhauses finanziert. Die Störungen durch Bewohner des Ortsteils oberhalb des KH, die das KH-Gelände als Durchgang genutzt und durch unbefugtes Parken von Autos die Ambulanzen behindert haben, sind nun beendet.
Phase 5: Neubau der Notaufnahme-Station mit 5 Betten mit moderner Notversorgung
Seit Betriebsaufnahme des Krankenhauses 1996 musste es sämtliche Notfälle seines Zuständigkeitsbereichs, ca. 16.000 km2 (wie das Saarland) erstversorgen.
Etwa solche aus der Landwirtschaft etc, von Verkehrsunfällen, aber auch aus Begegnungen mit wilden Tieren: besonders gefährlich mit Bären in den Wäldern.
Die Erstversorgung erfolgte bisher im Haupthaus mit entsprechender Störung des normalen Betriebs. Mit allen denkbaren negativen Folgen für Patienten und Personal. Die neue Notaufnahme ist eine ganz erhebliche Verbesserung der Leistungen unseres Krankenhauses.







